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Eine gute Frage, nach einem Unfall

Haben Sie freie Werkstattwahl nach einem Autounfall?

1. Die freie Wahl einer Kfz-Werkstatt nach einem Unfall

  • Unser Tip für die Werkstattwahl

    Wir werden oft gefragt, ob man die Autowerkstatt nach einem Unfall frei wählen kann. Grundsätzlich gilt, dass wenn Sie den Unfall nicht selbst verschuldet haben, sondern Unfallopfer sind, dann können Sie sich die Kfz-Werkstatt frei wählen. Im Regelfall, muss dann die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung, die Kosten einer Werkstatt bezahlen. Jedoch spielt hierbei eine Rolle, ob die Teilkasko oder Vollkasko Versicherung eingeschaltet werden muss. Das kann mehrere Gründe haben.

    Jedoch müssen Sie in dem Fall, falls die Teilkasko oder Vollkaskoversicherung eingeschaltet wird, in den meisten Fällen in eine Vertragswerkstatt der Versicherung.

  • Achtung Ratgeber nach Verkehrsunfall. Wir stehen mit Rat und Tat zur Verfügung.

    Welche Vertragsart haben Sie mit Ihr Kfz-Versicherung abgeschlossen?  Das ist entscheidend. Wenn es um die freie Wahl der Kfz-Werkstatt geht. Wenn Sie eine Kfz-Versicherung abgeschlossen haben, die eine Werkstattanbindung enthält, müssen sie in der von ihrer Versicherung vorgesehen Autowerkstatt die Kfz-Reparatur durchführen lassen.

    Verstoßen Sie gegen diese Vereinbarung und suchen Sie sich dennoch eine eigene Werkstatt, müssen Sie damit rechnen, dass die Versicherung nur ein Teil der Reparaturkosten übernimmt. In schweren Fällen, wie ein versuchter Versicherungsbetrug, kann die Kfz-Versicherung den kompletten Schadensfall sogar ablehnen.

  • Unser Tip für die Werkstattwahl

    Missachtung von den allgemeinen Versicherungsbedingungen und Verstöße können Nachteile haben! Ablehnung des Schadensfall, ein Versicherungsgutachter wird eingesetzt und ein Strafverfahren ist möglich!

2. Die 4 Arten von Kfz-Werkstätten
  • Die freie Werkstatt

    Zur Kategorie der freien Kfz–Werkstätten gehören neben den markenunabhängigen freien Betriebe eine Vielzahl von Markenbetrieben wie beispielsweise die der Ketten ATU oder Pit Stop. Aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen Konzepten der Werkstätten bietet nicht jeder Betrieb die gleiche Leistung an. Allgemein ist davon auszugehen, dass der Schwerpunkt der Leistungen tendenziell eher auf Wartungs– und Standardarbeiten an Bremse, Auspuff oder Kupplung liegt.

    Im Vergleich zu Vertragswerkstätten ist der Stundensatz in freien Kfz–Werkstätten in den meisten Fällen niedriger, weswegen eine durchgeführte Leistung, unabhängig davon, um welche Art von Leistung es sich handelt, günstiger ist. Für Halter von Fahrzeugen, welche keinen hohen Wert besitzen und für die keine Garantie oder Gewährleistung besteht, bietet es sich aus Kostensicht an, das Fahrzeug in einer freien Werkstatt reparieren zu lassen.

    Wichtig ist insbesondere bei Reparaturen an neueren PKW, sich von der beauftragten Werkstatt schriftlich bestätigen zu lassen, dass die Reparatur nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers erfolgt. Bei Schlechtleistung besteht sonst die Gefahr, dass die Garantie verfällt. Neben den geringeren Stundensätzen verbauen freie Werkstätten häufig preiswertere Ersatzteile aus dem freien Teilehandel, was ebenfalls zu niedrigeren Reparaturkosten und damit zu niedrigeren Rechnungen für den Kunden führt.

    In manchen freien Werkstätten zeigt man sich auch aufgeschlossen gegenüber dem Einbau von Gebrauchtteilen zur Reparatur, jedoch dann häufig je nach Teil unter Ausschluss der Gewährleistung. Wird ein PKW in einer freien Werkstatt repariert, zeigen sich die PKW-Hersteller bei einem Mangel nach Ablauf der Garantie regelmäßig weniger kulant als bei Fahrzeugen, die ausschließlich in Vertragswerkstätten repariert und gewartet wurden.

  • Die Vertragswerkstatt

    Unter einer Vertragswerkstatt versteht man eine Werkstatt, die in der Regel auf eine oder auf einige wenige Automarken wie beispielsweise BMW, Mercedes, Audi oder Volkswagen spezialisiert sind. Diese Werkstätten bieten alle Leistungen, die um das Auto anfallen können. Zum Standardrepertoire gehören beispielsweise die Inspektionen nach Herstellervorgaben, Ölwechsel oder Reparaturen aller Art.

    Auch Elektronikprobleme werden von Vertragswerkstätten normalerweise behoben. Ausgestattet sind diese Werkstätten mit den nötigen Spezialwerkzeugen und Diagnosegeräten, die die jeweiligen Automarken vorgeben. Bedingt dadurch sowie aufgrund der speziellen Schulungen der Mitarbeiter sind die Werkstätten üblicherweise deutlich teurer als morgen-ungebundene freie Werkstätten. Im Gegenzug kann man von einwandfrei ausgeführten Arbeiten ausgehen.

    In jedem Fall muss eine Vertragswerkstatt aufgesucht werden, wenn eine Leistung im Rahmen einer Herstellergarantie oder aufgrund der gesetzlichen Sachmängelhaftung geltend gemacht werden soll.

    Solche Leistungen können nur beim Verkäufer des PKW bzw. in einer anderen Vertragswerkstatt der gleichen Fahrzeugmarke in Anspruch genommen werden

  • Spezialbetriebe

    Merkmal eines Spezialbetriebs ist es, dass sich dieser auf einen bestimmten Bereich der Autoreparatur beschränkt. Dadurch sind sie in der Lage, fachlich hochwertige Leistungen anzubieten und dabei häufig günstiger und effektiver zu sein, als nicht spezialisierte Werkstätten. Beispielsweise zählen hierzu die Betriebe der Autolackierer, Autoelektriker oder der Karosserie–Fachbetrieb. Auch gibt es Firmen, die sich auf die Instandsetzung bestimmter Bauteile spezialisiert haben. Meistens handelt es sich dabei um Getriebe– oder Motorspezialisten.

    Eine weitere Art der Spezialbetriebe im Bereich der Automobilwerkstätten sind die, die sich auf das Tönen, Ersetzen oder Reparieren von Autoglas fokussieren.

    Zu den Spezialbetrieben zählen auch die Werkstätten und Dienstleister, die sich auf das Ausbessern von Beulen und Dellen spezialisiert haben und dadurch in der Lage sind, durch die Anwendung von Smart–Repair–Methoden mithilfe von Spezialwerkzeug kleinere Schäden zu günstigen Konditionen auszubessern.

  • Selbsthilfewerkstatt

    Selbsthilfewerkstätten kamen in den letzten Jahren vermehrt auf in Deutschland. In diesen können Autofahrer ihre Fahrzeuge selbst reparieren oder tunen, vorausgesetzt, das nötige technische Know–How ist dazu vorhanden. Der Betreiber einer solchen Selbsthilfewerkstatt steht häufig mit Rat zur Seite, ferner stellt er die nötigen Werkzeuge zur Verfügung. Auch sind in den Werkstätten Hebebühnen vorhanden, um auch unter die Fahrzeuge zu kommen.

    Aufgrund der immer komplexeren Technik in modernen Fahrzeugen bietet sich eine Selbstreparatur durch einen Laien insbesondere bei älteren Fahrzeugen an. Auch entfällt bei der Selbstvornahme einer Reparatur oder Wartung häufig der Garantieschutz.

    Selbsthilfewerkstätten sind geeignet für Tuningfans und Schrauber mit technischem Verständnis. Für alle anderen stellt der Besuch in einer Kfz-Werkstatt in den meisten Fällen die bessere Alternative dar.

Der Unfallratgeber und seine FAQ
Gibt es andere Werkstätten?
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Weitere Werkstattkonzepte sind beispielsweise die der Tuningwerkstätten oder solche, die sich auf Oldtimer spezialisiert haben. Andere Werkstätten kümmern sich in erster Linie um LKWs oder Landfahrzeuge und Baustellenfahrzeuge.

Die Tuningfirmen bieten eine Vielzahl verschiedener Leistungen an, beginnend bei der Steigerung der Motorleistung, bis hin zum Einbau einer anderen Abgasanlage oder einem anderen Fahrwerk. Auch die optische Umgestaltung des Fahrzeugs durch Anbau von Spoiler und ähnlichen Teilen wird in Tuningfirmen angeboten. Auch eine Veränderung der Räder und Reifen ist eine typische Tuning-Leistung. Viele Tuning-Firmen bieten dabei ausschließlich Leistungen an, die TÜV–konform sind und gegebenenfalls als legale Veränderung im Fahrzeugschein eingetragen werden können.

Die Besonderheit bei Oldtimer–Werkstätten ist die, dass für viele Fahrzeuge die Ersatzteilversorgung sich als problematisch erweist.

Haben die Hersteller kein spezielles Oldtimer-Programm, in welchem auch ausgefallene Ersatzteile für alte Fahrzeuge hergestellt werden, müssen die Oldtimer–Werkstätten entweder gebrauchte Teile auftreiben und einbauen, oder Neuteile mit nicht selten großem Aufwand selbst herstellen, bzw. herstellen lassen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass ein Oldtimer nur unter strengen Voraussetzungen ein H–Kennzeichen erhält bzw. behalten darf. Der Einbau von Ersatzteilen setzt daher eine gewisse Kenntnis und Expertise der Werkstatt voraus.

Aus diesem Grund und wegen des hohen Grades an Spezialisierung und dem Aufwand hinsichtlich der Ersatzteilversorgung stellen sich Oldtimer-Werkstätte als häufig sehr kostspielig dar.

Tipps für den Werkstattbesuch
Unser Tip für die Werkstattwahl

Die Entscheidung, welche Werkstatt die richtige ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Abhängig ist dies von verschiedenen Faktoren, denn alle Werkstatttypen haben ihre Vor– und Nachteile.

Für viele ist aus nachvollziehbaren Gründen die Kosten der Reparatur ein entscheidender Faktor. Dabei sollte jedoch nicht aus den Augen verloren werden, was man insgesamt bereit ist, für sein Fahrzeug auszugeben und was etwaige Ansprüche aus Garantie oder Gewährleistung nicht aus dem Blick verlieren.

Auch die Entfernung einer Werkstatt sowie die Gesamtbetreuung sind wesentliche Faktoren, die für und gegen eine Werkstatt sprechen können.

Egal für welche Werkstatt man sich am Ende entscheidet, vor Auftragserteilung sollte man sich in jedem Fall einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben lassen, um im Nachhinein nicht mit unerwarteten Kosten konfrontiert zu werden.

Ferner ermöglicht es die Einholung verschiedener Angebote auch, einen Kostenvergleich zwischen den Werkstätten anzustellen.

Hat man bei einer Werkstatt das Gefühl, einen kompetenten Partner gefunden zu haben, bei dem das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt, spricht vieles dafür, dass man für sich die richtige Werkstatt gefunden hat.

Verkehrsicherheit prüfen
Unser Tip für die Werkstattwahl

Ist das Fahrzeug zur Reparatur in einer Werkstatt, sollte stets zusätzlich die Verkehrssicherheit überprüft werden. Jedenfalls hinsichtlich sichtbarer Schäden ist dies für die Werkstatt ohne großen Aufwand mit geschultem Auge durchführbar. Manche Werkstätten verlangen hierfür einen geringen Aufpreis, andere übernehmen solche Checks ohne Kosten.

Relevante Bauteile des Fahrzeugs sind dabei insbesondere neben der Lichtanlage die Verglasung – vor allem die Frontscheibe-, die Bremsanlage oder die Dichtigkeit von Motor und Getriebe hinsichtlich eines möglichen Ölverlustes.

Es ist folglich ratsam, das Auto auch ohne notwendige gewordene Reparatur regelmäßig zur Inspektion zu geben, unabhängig von der Werkstattwahl.

Mängel an einem Fahrzeug können zu empfindlichen Bußgelder führen, die die Behebung eines solchen Mangels um das Vielfache übersteigen können.

Auch lassen sich größere Schaden häufig durch rechtzeitiges Beheben kleinerer Mängel beheben.

Aus Sicherheitsgründen sollten Fahrzeuge vor längeren Fahrten, die beispielsweise in den Urlaub führen sollen, einmal durchgeprüft werden. Unter Umständen lässt sich so mit geringem Aufwand zu kleinem Preis ein teurer Werkstattaufenthalt sowie Bußgeld im Ausland vermeiden.

Werkstatt für neue Wagen
Unser Tip für die Werkstattwahl

Insbesondere bei Fahrzeugen, die zwar noch relativ neu sind, bei denen jedoch weder Ansprüche aus Gewährleistung noch aus einer Garantie geltend gemacht werden können, stellt sich die Frage, welche Art der Werkstatt die richtige ist.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Hersteller im Falle eines Kulanzantrags diese eher bei Fahrzeugen bewilligen, welche stets in einer Vertragswerkstatt gewartet und repariert wurden. Unter Kulanz versteht man dabei die freiwillige Beteiligung an oder die vollständige Übernahme von Reparaturkosten, die aufgrund eines Defekts außerhalb der Garantiezeit entstanden sind. Einen Rechtsanspruch hierauf gibt es nicht.

Ob der Hersteller einen Kulanzantrag bewilligt, liegt in seinem freien Ermessen. Ein lückenloses Scheckheft, welches nachweist, dass der PKW ausschließlich in einer Vertragswerkstatt des Herstellers gewartet wurde, kann die Entscheidung positiv beeinflussen.

Daneben ist zu beachten, dass die Mitarbeiter einer Vertragswerkstatt häufig besser geschult sind, was die jeweiligen Fahrzeuge des Herstellers betrifft. Fehlersuche und –Behebung läuft regelmäßig schneller und routinierter ab als in einer freien Werkstatt, in welcher die Mechaniker mit einer Vielzahl von Fahrzeugen verschiedener Hersteller zu tun haben.

Ergänzend können die Vertragswerkstätten auf spezielles Werkzeug und Diagnosegeräte zurückgreifen, die in freien Werkstätten in den meisten Fällen nicht vorhanden sind.

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